Humanoide ETs

2018-09-24 17:42:35

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Es gibt einen guten Grund, warum die Außerirdischen in SF-Filmen oft humanoid sind, und das ist nicht die Einfallslosigkeit der Autoren. Es ist nur so, dass die Schauspieler eben auch Menschen sind, mit zunehmendem Computereinsatz werden wir aber immer öfter auch andere Wesen bestaunen können.

Für die reale Welt wird die Form des Körpers von den Bedingungen der Umgebung bestimmt. Die Stärke der Gravitation bestimmt die Körpergröße und den Aufbau der Knochen. Für Intelligentes Leben ist die Fähigkeit der Manipulation der Umgebung Voraussetzung.

Auf erdähnlichen Planeten sind Körpergrößen von 2 Metern ganz praktisch, weil man sich dann nicht den Schädel einschlägt, Falls man stürzen sollte. Größere Tiere brauchen entweder stabiler Knochen oder zusätzliche Standbeine. Bevor hier Einwände kommen, dass die Dinosaurier ganz gewaltige Ausmaße hatten, möchte ich erwähnen, dass sie auch über ein entsprechendes Skelett verfügten, auch wenn man bei einigen pflanzenfressenden Giganten davon ausgeht, dass sie sich nicht auf die Hinterbeine stellen konnten ohne sich die Beine zu brechen.

Außerdem mussten sich Greifwerkzeuge entwickeln, Hufe sind da wenig geeignet, Hände und Tentakel sind Ideal. Dabei sind Tentakel in früheren Entwicklungsstufen möglicherweise von Nachteil gewesen, weil man an Land auf ihnen nur schwer fliehen kann, das mag in den ersten Tagen noch nicht von ausschlaggebender Bedeutung gewesen sein, als sich schließlich auch an Land Jäger und gejagte trafen stellte es sehr wohl einen Selektionsdruck zu schnellen Beinen dar.

Hände, mit Fingern, die einzeln beweglich sind, und einander zum Greifen gegenüber gestellt werden können sind nahezu ideal geeignet um Werkzeuge herzustellen und zu benutzen, die die mangelnde Spezialisierung wettmachen. Genau diese Voraussetzungen erfüllt die menschliche Hand, obwohl sicher Varianten denkbar sind.

Was bleibt ist ein Wesen, dass nicht notwendigerweise auf zwei Beinen steht, es können auch mehr sein, das ist wieder eine Frage der Notwendigkeit, wenn alle Gliedmassen zur Fortbewegung notwendig sind, wären vier Einheiten völlig ausreichend, um enorme Geschwindigkeiten und Kletterfertigkeiten zu erreichen, die wir noch heute auf der Erde sehen. Eine größere Anzahl von Gliedmaßen erhöht auch immer den Verwaltungsaufwand in einem zentral organisiertem Gehirn (Tausendfüßler steuern ihre Beine mehr oder weniger Individuell, deshalb hält sich die Größe des Denkapparats in Grenzen).

Mehr als vier Beine in einem Geschöpf mit zentralem Denkapparat scheinen deshalb nicht ökonomisch zu sein, während ein zentrales Gehirn für Intelligenz wahrscheinlich von Vorteil ist. Die Dinosaurier hatten übrigens zwei Gehirne, eines im Kopf und eines im Bauchraum. Das Gehirn muss für Intelligenz ausserdem in einem günstigen Verhältnis zur Körpergrösse stehen, was bei Menschen gegeben ist, aber bei Dinosauriern und Walen zur Körpermasse hin verschoben ist.

Es gibt außerdem gute Gründe, warum in der Tiefsee wenig Chancen auf die Entwicklung einer technologisch begabten Spezies bestehen. Unter Wasser ist die Entwicklung von Hochtechnologie unmöglich, denn dafür ist die Verwendung von Feuer unter kontrollierten Bedingungen erforderlich. Der erste Schritt in Richtung Technik war die Verarbeitung von Erzen zu Metallen und Legierungen, beides erfordert Einrichtungen zur Verhüttung, die im Wasser nicht zu betreiben sind.

Dass der Kopf auf einem Hals sitzt ist ein Erbe unserer Vergangenheit, oft musste man sich umschauen, ob da nicht ein Fressend hinter einem steht, abgesehen davon kann man so einen größeren Bereich abweiden, ohne sie jedes Mal woanders hinstellen zu müssen.

Dass das Gehirn im Kopf sitzt ist nicht unbedingt das, was man der Natur als außerordentlichen Geniestreich anrechnen muss, ist es doch an dieser Stelle besonders gefährdet. Auf der anderen Seite ist es hier sehr Nahe an den wesentlichen Schnittstellen zur Außenwelt, die am Kopf flexibel und beweglich angebracht sind. Die Augen und Ohren, sowie die Nase können am beweglichen Kopf nahezu ideal eingesetzt werden.

Selbst die Position des Mundes scheint gut gewählt, er spricht in der Regel in die Richtung, in der man auch seinen Gesprächspartner sieht, was von Vorteil sein kann, um Missverständnisse zu vermeiden, obwohl das ursprünglich nicht der Hautverwendungszweck war.

Etwas anders sieht die Sache mit den inneren Organen aus. Dass in diesem Punkt die menschliche Anatomie die einzige sinnvolle Möglichkeit darstellt scheint eher unwahrscheinlich, obwohl auch hier einiges für Parallelen spricht. Da ist zum Beispiel das Herz, es ist darauf ausgelegt den Körper schnell und zuverlässig mit Blut zu versorgen, wozu sich seine Anatomie geradezu ideal eignet. Anders sieht das mit dem Schlauchherzen der Insekten aus, für einen großen Körper wäre es aufgrund der hohen drücke und seiner mangelnden Flexibilität nicht geeignet. Bei der Lunge hingegen könnte man sich vielleicht als Alternative ein System von Trachäen vorstellen, die die Organe viel effektiver mit Sauerstoff versorgen könnten, dabei besteht aber die Gefahr der Unterkühlung, weil die kalte Luft ohne wesentlich erwärmt zu werden direkt in den Körper gelangt, was zusätzlich die Gefahr für Infektionen erhöht.

Das Verdauungssystem sollte Schlauchähnlich, eventuell mit verschiedenen Kammern oder Mägen ausgebildet sein. Dies ist ein Erbe unserer vorfahren, der Würmer, die auf diese weise vorne fressen und hinten ausscheiden konnten. Das muss bei anderen Spezies nicht notwendigerweise die Lösung dieses Problems sein. Zweifellos ist es eine der appetitlicheren Varianten.

Was die Genitalien angeht, spielt es wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle, wo diese letztendlich angebracht sind, ob im Schritt oder unter den Achseln. Wesentlich ist, dass Weibchen und Männchen zusammenkommen.

Auch die Anzahl der Geschlechter möchte ich hier nicht einschränken, der Austausch von Genen spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung einer Spezies kann aber in einer Unzahl von Spielarten stattfinden. Es gibt viele Einzeller, von denen nur eine Geschlechtsform bekannt ist, eine andere Amöbenart hat über 20, einige Fische und Frösche können ihr Geschlecht im Laufe des Lebens sogar wechseln.

Das Blut könnte bei einer auf Kohlenstoff und Sauerstoff basierenden Lebensform durchaus Rot sein, da hierfür Eisenverbindungen in den roten Blutkörperchen verantwortlich sind, die sich sehr gut für den Transport von Sauerstoff eignen, aber auch in diesem Punkt kann es durchaus Alternativen Geben.

Zusammengenommen spricht vieles für intelligentes Leben, dass auf etwa zwei Beinen steht, etwa zwei Meter groß ist und wenigstens über ein Paar Manipulatoren (Arme und Hände) verfügt, wobei der Kopf mit den Sensoren beweglich auf den Schultern angebracht ist. Dies ist zumindest anzunehmen, wenn es von einem Planeten kommt, der in gewissen Grenzen unserer Erde ähnelt.

Wundern Sie sich also nicht, wenn der nächste Alien dem Sie begegnen viel mit ihnen gemeinsam hat. Allerdings sieht er in ihren Augen wahrscheinlich ziemlich hässlich aus.


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