Mondlandungsverschwörung

Das zumindest behauptete eine Fernsehsendung des Senders FOX in den USA, die inzwischen auch in Deutschland ausgestrahlt wurde. Angeblich kann man das leicht erkennen, weil verschiedene Fehler bei diesen Aufnahmen gemacht wurden.

Sollte die NASA tatsächlich so dumme Fehler gemacht haben, die sogar Laien auffallen, wie ihr im Zuge dieser Verschwörungstheorie vorgeworfen werden, müsste man ihr tatsächlich größte Inkompetenz vorwerfen, das ist jedoch nicht der Fall. Schaut man genau hin, hat die NASA alles völlig richtig gemacht.

Zunächst sind da die Fotos und Videos selbst, auf denen keine Sterne zu sehen sind, es ist aber ganz klar, dass der helle Mondboden die Sterne bei weitem überstrahlt. Da Filmmaterial immer nur einen begrenzten Kontrastbereich darstellen kann, musste man sich also entscheiden, ob man den Astronauten sehen wollte oder die Sterne. Hätte man die Sterne korrekt belichtet, wäre der Astronaut und der Boden völlig überbelichtet. Tatsächlich kann man die Sterne wieder sichtbar machen, wenn man die Abzüge länger belichtet und nicht so viel Wert auf den Vordergrund legt, aber für verwertbare Fotos vom Sternenhimmel des Mondes hätte die Belichtungszeit 3 Minuten betragen müssen und nicht 1/250 Sekunden.

Auch wird behauptet, dass das Foto des Astronauten im Gegenlicht müsste eine Fälschung sein, weil ja kein Licht auf seine Vorderseite fallen konnte. Man vergisst dabei aber, dass der Mond viel Licht reflektiert - man schaue sich nur den Vollmond an - diese diffuse Beleuchtung genügt immer noch, um die Schatten ausreichend auszuleuchten.

Nur wenig mehr Substanz hat der Vorwurf, dass offensichtlich mehrere Lichtquellen verwendet worden seien, um die Aufnahme zu fälschen, weil einige Schatten in unterschiedliche Richtungen zeigten. Dabei wird aber nicht gesagt, dass ein Objekt bei mehreren Lichtquellen mehrere Schatten wirft und scheinbar unterschiedliche Schattenwürfe auf die Unebenheiten des Geländes zurückzuführen sind, so dass Schattenwürfe auf Hügeln und in Tälern scheinbar unterschiedliche Richtungen und Längen haben. Das ist allerdings für erdgewohnte Augen nicht immer zu erkennen, weil viele Merkmale wie Bäume oder andere Menschen fehlen, die uns auf der Erde eine Referenz liefern, an der wir uns normalerweise orientieren - das ist auch der Grund, warum es den Mondbildern scheinbar an Tiefe fehlt.

Des Weiteren werden immer wieder Fadenkreuze erwähnt, die mal retuschiert und mal hinter Gegenständen verschwinden sollen. Zunächst ist es natürlich naiv anzunehmen, die NASA würde die Bilder nicht retuschieren, denn selbstverständlich will man auch bei der NASA das Beste aus den Aufnahmen herausholen, aber das hat nichts mit den Fadenkreuzen zu tun. Die Fadenkreuze waren in die Optik der Kamera eingeätzt und sind nicht hinterher hinzugefügt oder retuschiert worden. Für jeden, der fotografiert, ist das beobachtete Phänomen nämlich ein alter Bekannter, wenn eine dünne Linie vor einem sehr hellen Hintergrund aufgenommen wird, dann überstrahlt der Hintergrund die feine Linie und sie verschwindet.

Das Gleiche gilt auch, wenn der Vorwurf erhoben wird, mal würde die Landefähre auf einem Foto auftauchen und dann wieder nicht. Tatsache ist jedoch, dass man ohne weitere Landschaftsmerkmale nicht so leicht unterscheiden kann, dass die eine Aufnahme entstand, während der Astronaut vor der Landefähre stand und einmal, als er sich dahinter befand. Die Veränderungen der Perspektive sind insbesondere bei entfernten Bergen nur schwer mit bloßem Auge zu sehen.

Lächerlich ist aber auch die Anmerkung, die großen Temperaturunterschiede hätten eine Mondlandung unmöglich gemacht. Dabei wird unterschlagen, dass plusminus 150?C im Vakuum etwas völlig anderes sind als auf der Erde. Im Vakuum handelt es sich ausschließlich um Wärmestrahlung, von der ein großer Teil durch die auf den Fotos zu sehende Metallfolie und die hellen Raumanzüge reflektiert wird. Abgesehen davon sind Ausflüge in den Weltraum heute schon fast Routine und wenn die Astronauten dabei ins Schwitzen kommen, liegt das eher an den schweren Arbeiten als an der Sonnenstrahlung. Die Filmnegative, die dieser Hitze angeblich nicht standgehalten hätten, sind also in der Kamera ziemlich sicher, in der wahrscheinlich auch Vakuum geherrscht hat, was ein guter Isolator ist. Hinzu kommt, dass es sich bei diesem Film um eine Sonderanfertigung gehandelt hat, die erheblich höheren Temperaturen standhalten konnte.

Schwerwiegender ist da schon die Behauptung, die Technik hätte eine Mondlandung nicht zugelassen, aber auch das ist nicht richtig, die Newton'sche Mechanik ist seit dem 17.Jh. bekannt - schon Jules Verne wusste ziemlich gut Bescheid, wie man ein Projektil zum Mond bringt - und die Berechnungen für die Mondlandung hätte man zur Not auch mit Bleistift und Papier durchführen können, lediglich die Menge an Treibstoff, die zu kontrollieren war, und die Lebenserhaltung waren eine technische Herausforderung - aber eine Lösbare.

Die Vorwürfe, die Landefähre hatte nicht funktionieren können, weil einige Versuche auf der Erde nicht sehr erfolgreich waren, sind haltlos. Die Übungsgeräte mussten in der Erdatmosphäre mit Seitenwinden und völlig anderem Verhalten des Abgasstrahls arbeiten - der durch die Luft auf einen engen Kanal beschränkt ist, während er sich im Weltraum weit ausbreitet. Dadurch ist das Manövrieren in der Erdatmosphäre wahrscheinlich eher mit dem Balanceakt auf Stelzen vergleichbar, während der Lander auf dem Mond wie auf einem Kissen hinabsinkt. Darüber hinaus verfügte der Lander über Gyroskope und Steuerdüsen, die seine Lage mittels Bordcomputer automatisch korrigierten.

Oft wird sich über die Flagge gewundert, die zu flattern scheint, was ja ohne Atmosphäre und Wind unmöglich ist. Aber die Flagge war an zwei Schienen befestigt - eine seitlich und eine oben, deshalb bleibt das obere Stück gerade - und beim in den Boden Rammen geriet diese Konstruktion in Schwingung. Auf einem Video hält ein Astronaut die Flagge und man sieht deutlich, dass die Falten sich nicht so verhalten wie in der Schwerkraft, das Material sackt nicht nach unten und es "flattert" auch nichts mehr im Wind. Etwas Physik und Impulserhaltung erklären das Phänomen vollkommen.

Von den Anhängern der Mondverschwörung wird gerne behauptet, dass der Van-Allen-Strahlengürtel ohne einen zentimeterdicken Bleichschild nicht passiert werden kann. Das ist aus mehreren Gründen falsch.

Der Strahlungsgürtel erstreckt sich in einer Höhe von 1.000 bis 20.000 km über der Erde, am stärksten ist er da, wo der Solarwind auf das Erdmagnetfeld trifft und umspannt deshalb auch nicht die ganze Erde.

Die Geschwindigkeit der Rakete betrug zum Zeitpunkt der Durchquerung des Van-Allen-Gürtels etwa 40.000 km/h, sie passierten den Strahlungsgürtel also in recht kurzer Zeit und die Strahlenbelastung betrug schätzungsweise 2 rem (300 rem sind tödlich, 2 rem hingegen entsprechen etwa 100 Röntgenaufnahmen), die Strahlung setzt sich zudem überwiegend aus Teilchenstrahlung zusammen, die im Gegensatz zu Röntgenstrahlung leichter abgeschirmt werden kann, so genügt bei Alpha-Strahlung - das sind ionisierte Heliumkerne - ein Blatt Papier, bei Betastrahlung - Elektronen und Positronen - eine Metallfolie, um die Strahlungsbelastung wesentlich zu reduzieren, und Neutronen lassen sich ohnehin mit Kunststoffen besser abfangen als mit Blei. Wenn geladene Teilchen so abgebremst werden, entsteht aber eine Sekundärstrahlung, die wieder mehr Röntgenstrahlung enthält. Zweifellos lag die Belastung der Astronauten über der von Flugzeugbesatzungen, aber sie war bei weitem kein Grund, eine Reise zum Mond unmöglich zu machen.

Die Anhänger der Verschwörungstheorie erklären leider nicht, wie über 300kg Mondgestein ihren Weg zur Erde gefunden haben. Diese Gesteinsproben unterscheiden sich chemisch deutlich von auf der Erde vorkommenden Gesteinen und zeigen deutlich Einschläge von Mikrometeoriten und kosmischer Strahlung, der sie ohne Schutz durch eine Atmosphäre ausgesetzt waren - dieselben Spuren wären auf Meteoriten nicht zu finden, da sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre verbrannt wären, auch ist es nicht plausibel, solche Mengen mit unbemannten Sonden zu gewinnen.

Viele weitere Behauptungen zur angeblichen Fälschung der Mondlandung lassen sich eben so leicht widerlegen, wie die wenigen Beispiele, die ich oben genannt habe. Ich möchte den Betreibern der kritischen Seiten zu diesem Thema aber nicht weiter vorgreifen und verweise den interessierten Leser deshalb an die Linksammlung.

Es ist bedauerlich, dass sogar Journalisten, von denen man eine unvoreingenommene und kritische Recherche erwartet, die Vorwürfe unkommentiert übernehmen und Kritikern nicht die Möglichkeit geben ausführlich Stellung zu nehmen, auch die Russen sind, soweit ich die Sendungen verfolgt habe, nie befragt worden, obwohl sie sicher das geringste Interesse daran gehabt hatten, dass die Amerikaner tatsächlich auf dem Mond landen - sie haben die Berichte aber nie in Zweifel gezogen.

Insgesamt handelt es sich bei dieser angeblichen Verschwörung um einen sehr plumpen und schlecht recherchierten Versuch, mit der Leichtgläubigkeit der Zuschauer und Leser Geld zu verdienen, hier zählen nur Einschaltquoten, die selbst mit den obskursten Verschwörungstheorien in die Höhe getrieben werden sollen.


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